19.04.2017

Vorsicht bei Vertragsgesprächen am Telefon

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Es treten momentan vermehrt Fälle einer Telefonbetrugsmasche auf. Unternehmer erhalten einen Anruf von einem Verlag der behauptet dass man in vertraglichen Beziehungen stehe bzw. in einem Internetverzeichnis eingetragen sei. Da dieses Vertragsverhältnis angeblich nicht rechtzeitig beendet wurde, habe der Unternehmer nun Kosten in beträchtlicher Höhe zu bezahlen. Aus Kulanz sei man aber bereit eine Forderungsreduzierung im Rahmen einer Kündigung vorzunehmen. Eine Vielzahl der Betroffenen fühlt sich überrumpelt und ist natürlich bereit, einer Forderungsreduzierung durch Erklärung der Kündigung (in Gestalt einer einjährigen Vertragsfortführung) zuzustimmen.

Dazu bedarf es aber einer ausdrücklichen Erklärung, welche dann, meist in einem erneuten Telefonat, aufgezeichnet wird. Es werden nochmals die Daten des Angerufenen abgeprüft sowie der Wille zur Fortführung des Vertrages abgefragt. Die Fragen werden hierbei so gestellt, dass der Angerufene mehrfach lediglich nur mit „ja“ zu antworten braucht. Wenige Tage später wird eine Rechnung von meist mehr als 500 Euro zugestellt. Bei Nichtzahlung wird die Forderung durch Inkasso-Unternehmen eingezogen.

Die Handwerkskammer Chemnitz weist daraufhin, dass Verträge auch mündlich und am Telefon wirksam geschlossen werden können. Unternehmern steht zudem kein gesetzliches Widerrufsrecht zu. Die Handwerkskammer Chemnitz empfiehlt daher, solche Telefonate sofort abzubrechen und auch die eigenen Mitarbeiter zu solchen Anrufen zu sensibilisieren.

Haben Sie zu diesem Thema noch Fragen oder sollten Sie sich bei einem erst kürzlich erhaltenen Anruf oder Schreiben unsicher sein, können Sie sich gern an Rechtsberater Martin Jänsch wenden:  Tel. 0371 5364-242 und E-Mail: .