04.04.2019

Handwerkskammer-Präsident Wagner appelliert auf dem Frühlingsempfang an das Handwerk als Kraft der Mitte und regt Pflichtpraktika für Schüler in Handwerksbetrieben an

Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, Frank Wagner, hat beim Frühlingsempfang der Handwerkskammer am Donnerstagabend (4.4.) im Alten Gasometer in Zwickau die kommenden Wahlen im Mai und September als Richtungswahlen bezeichnet.

Der Präsident sagte, er sehe vieles sehr kritisch, was in Brüssel entschieden werde, und betonte, Europa müsse sich um „große Fragen und nicht um das Klein-Klein kümmern“. Dennoch gehe es darum, „das Europa zu verteidigen, von dem wir als Sachsen und als Handwerker sehr profitieren“. Eine Richtungswahl seien die Wahlen zum Europäischen Parlament deshalb, weil auch entschieden werde, „ob wir das Feld Populisten überlassen, die Europa am liebsten abschaffen würden“, sagte Wagner.

Auch die sächsische Landtagswahl am 1. September bezeichnete Wagner als „Richtungsentscheidung“. Angesichts von Herausforderungen wie Energiewende, Lehrermangel, Bürokratieabbau, Lehrlingsmangel und Breitbandnetzausbau, sagte Wagner, liefere „die solide, beständige, manchmal auch nervige und ermüdende Sachpolitik bessere Ergebnisse als der laute Auftritt und die Spaltung der Gesellschaft“.

Wagner plädierte dafür, dass das Handwerk „als Kraft der Mitte“ seine „geballte gesellschaftliche Kraft“ nutze, damit „viele Leute wählen gehen und damit Vernunft, Sachlichkeit und Respekt die Wahlentscheidungen prägen“.

Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz betonte den Wert der dualen Ausbildung und regte angesichts des Lehrlingsmangels Pflichtpraktika für Schüler aller Schularten in Handwerksbetrieben an. Zudem forderte er mehr Tempo für die Anbindung von Chemnitz an den Bahnfernverkehr.
Wagner ging auch auf das Thema Digitalisierung ein und gab bekannt, dass die beiden Bildungs- und Technologiezentren der Handwerkskammer in diesem Jahr drei Millionen Euro in digitale Infrastruktur und Ausstattung investieren.

Außerdem kündigte Wagner an, sich weiterhin für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in ausgewählten Gewerken einzusetzen und den Dialog mit der sächsischen Staatsregierung über den Bürokratieabbau fortzuführen.

Am Frühlingsempfang nahmen mehr als 160 Gäste aus Handwerk, Politik und Gesellschaft teil, darunter die Zwickauer Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß und als Redner der Landrat des Landkreises Zwickau, Dr. Christoph Scheurer.

Die Handwerkskammer reichte während des Frühlingsempfangs den Meisterbonus der sächsischen Staatsregierung in Höhe von 1.000 Euro an Jungmeister aus und übergab den Absolventen der Aufstiegsfortbildung Technischer Betriebswirt die Abschlussurkunden. Zudem wurden drei Handwerker mit dem goldenen Ehrenzeichen für besondere Verdienste um Handwerk und Ehrenamt ausgezeichnet.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, bitte beachten Sie die Sperrfrist dieser Pressemitteilung bis zum 4.4., 18 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Schimke
Abteilungsleiter Medien und Marketing

Handwerkskammer Chemnitz
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